Die Welt ist ein Buch. Über einen Satz des hl. Antonin von Florenz OP

„Die Welt ist wie eine innen und außen beschriebene Buchrolle, die uns Weisheit lehrt.“ So lese ich es im Vorwort der „Summa moralis“ (zitiert nach: Dominikanisches Stundenbuch, Köln, 1991, 364) des Dominikaners Antonin von Florenz (1389-1459). Dessen Gedenktag wird bei den Dominikanern heute weltweit gefeiert.

Die Welt ist ein Buch. Oder: Die Welt ist wie ein Buch. Auch der Philosoph Hans Blumenberg ging dieser metaphorischen Rede nach. „Die Lesbarkeit der Welt“ heißt ein von ihm 1979 veröffentlichtes Buch.

Die Welt ist wie eine innen und außen beschriebene Buchrolle, die uns Weisheit lehrt. Damit ist gemeint, dass Weisheit, Wissen und letztlich auch ein Weg zur Wahrheit (auch) in den Phänomenen der Welt zu finden sind. Und nicht nur in wahlweise mystischer oder kognitiver weltloser Innerlichkeit oder auf einer vermuteten Ebene der Transzendenz, die sich dem Menschen auf die eine oder andere Weise offenbaren mag.

Die Welt erschließt sich dem Menschen und teilt sich ihm dadurch mit. Sie teilt sich selbst mit und in dieser Mitteilung liegt Weisheit, Wissen und Wahrheit verborgen. Man muss nur die Augen aufmachen und zu „lesen“ beginnen. Dieses Lesen bedarf freilich einer besonderen Aufmerksamkeit für die verschiedenen Kommunikationswege der Welt: Natur, Kunst, Denken, Sprache … . Und sie bedarf der Bereitschaft, sich von den uns umgebenden äußeren Dingen und anderen Menschen etwas sagen zu lassen.

 

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